Trauer um Prinz zu Löwenstein

27. April 2010

Carl F. Prinz zu Löwenstein

Carl F. Prinz zu Löwenstein (Foto: annidivini)

Diese Meldung von Utz Graafmann auf Wein-Plus hat mich heute erschüttert: “Prinz zu Löwenstein ist am Samstag bei einem Unfall auf dem Nürburgring ums Leben gekommen. Löwenstein ist in seinem Aston Martin GT4 mit Fahrzeugen zweier Konkurrenten kollidiert und hat sich dabei überschlagen. Der 43-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der Unfall ereignete sich in der Nordschleife an der gleichen Stelle, an der auch Niki Lauda vor fast 34 Jahren verunglückte. Seit 2002 bewirtschaftete er die Weingüter seiner Familie im Rheingau und in Franken. Mit zwei Sternen (**) bei Wein-Plus gehören diese zu den Top-Betrieben in Deutschland. (UG)”

Diese schreckliche Nachricht macht diesen wunderschönen Frühlingstag zu einem Tag der Trauer für mich. Erst Mitte März hatte ich Prinz zu Löwenstein auf seinem Weingut im fränkischen Kleinheubach besucht, junge frische und wunderschön gereifte Weine verkostet und über seine vielen Projekte gesprochen. Er zeigte mir die Baustelle im ehemaligen Marstallgebäude des Schlosses, wo er im Herbst schon seine Ernte zwischen den Bundsandsteinsäulen ausbauen wollte. Ein Mann mit Visionen, der für die Region ein kulturelles Zentrum rund um Schloss, Wein und Kultur plante. Ein Mann auch mit feinem “britischem” Humor und fern jeder “standesgemäßen” Art. Ein exzellenter Hobbykoch und Genießer. Und nicht zuletzt ein Mann, der mit seinen Weingütern für ausgezeichnete Weine stand. Mein tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie.

In tiefer Trauer

Gerhard D. Wulf

Wochenendtipp: Die Mosesmühle in Bächlingen

14. April 2010

Mosesmühle in Bächlingen an der Jagst

Mosesmühle in Bächlingen an der Jagst

Meist ist sie friedlich, die Jagst, die hier an der Mosesmühle in Bächlingen mit sanftem Rauschen über das Wehr fällt, aber wenn Hochwasser droht, dann muss der Mühlenwirt zusehen, dass er den Generator sichert, der immer noch tapfer Strom (15 Kilowatt) liefert – eine Maschine aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Das Getriebe ist eine Eigenkonstruktion aus Bagger-Drehkränzen und das große Holzrad stammt von der Stadtmühle in Ulm, wurde 1907 auf Pferdefuhrwerken hierher transportiert. Seitdem hatte Bächlingen elektrisches Licht.

Aber die Mühle ist viel älter: Erstmals urkundlich erwähnt wird sie im Jahr 1357, ihren ungewöhnlichen Namen hat sie von Moses Preuninger, der hier von 1646 bis 1676 Müller war. 1750 übernahm ein Vorfahre der heutigen Betreiber das Anwesen und seitdem ist es im Familienbesitz. Aus alter Zeit stammt auch der historische Bauerngarten am Haus, der wohl an die 400 Jahre alt sein dürfte. Renate und Lissi Ziegler pflanzen, pflegen und ernten hier Blumen, Kräuter, Gemüse und Beeren, die natürlich auch im Restaurant verwendet werden.

Frieder Ziegler kocht mit Leidenschaft, nach traditioneller Hohenloher Art mit einem mediterranen Hauch: Frischer Jagstaal an Salbei mit Kartoffeln, Lammbraten vom Hohenloher Weidelamm mit Rösti und Bohnen, Rouladen vom Angus mit Spätzle. Die Zutaten sind immer frisch, stammen aus dem eigenen Angelgewässer, von der eigenen kleinen Angusrinderzucht, aus dem Kräutergarten oder von zuverlässigen Produzenten aus der Region. Ruhen kann man in einfachen, aber gemütlichen Zimmern im Mühlenhaus – wo man das Wasserrad und das Rauschen der Jagst hört – oder in modern eingerichteten Zimmern gegenüber im „Alten Wagenbau“ – Reservierung empfohlen. Diesen Beitrag weiterlesen »

“Heimat” im Glas und auf dem Teller – Winzerküche in der “Weinfeder”

9. April 2010

Ulla Robbe hat im aktuellen “Weinfeder Journal 26″ meine beiden Bücher “Winzerküche Baden” und “Winzerküche Württemberg” vorgestellt. Weinfeder e. V.  (www.weinfeder.de) ist die Vereinigung deutschsprachiger Weinpublizisten:

 

Das Rezept für die „Trockene Suppe“ von Wolf-Dietrich Salwey liest sich verlockend, und die Rehkoteletts, die Jacob Duijn dem Autor servierte, waren zweifellos köstlich. Nachzulesen sind die Rezepte im Buch „Winzerküche Baden“ von Weinfeder-Mitglied Gerhard D. Wulf. Im Weinland Baden hat er bei 26 bekannten Weinmachern und Newcomern in Küche und Keller geschaut und nach den besten Kombinationen von Topf und Flasche gefragt. Die genussfreudigen Winzer zwischen Taubertal und Bodensee haben ihm über 80 ihrer Lieblingsrezepte vorgestellt und verraten, welcher ihrer Tropfen am besten dazu passt. Ebenfalls auf dem Markt ist das Buch „Winzerküche Württemberg“, und die „Winzerküche Franken“ ist schon in Arbeit.

 

Die Idee hinter dem Buchreihen-Projekt, das in den nächsten Jahren alle deutschen Weinregionen vino-kulinarisch vorstellen wird, kam Wulf bei Gesprächen mit Winzern. „Diese wissen nämlich genau“, sagt der Autor, „und manchmal besser als Fernsehköche oder Starsommeliers, um den speziellen Charakter oder die Eigenheiten ihrer Weine aus bestimmten Lagen – unabhängig vom jeweiligen Jahrgang – und wie man sie am besten mit Speisen kombiniert, weil sie die Rezepte zum Teil schon von ihren Großeltern her kennen.“ Diesen Beitrag weiterlesen »

annidivini-Service: Ihr Profi-Partner für “Wein und Genuss” (eine Anzeige in eigener Sache)

2. April 2010

annidivini bietet Ihnen mit journalistischer, markterfahrener und vinokulinarischer Kompetenz professionelle Dienstleistungen rund um die Themen Wein, Reisen, Kultur und Speisen:

  • Journalistische Arbeit in allen Stilformen
  • Profisprecher mit langer Mikrofon- und Moderationserfahrung
  • Moderierte Weinproben sowie Wein- und Sensorikseminare (auch in Englisch)
  • Geführte Weinwanderungen und Weinreisen
  • Weinkartenberatung für die Gastronomie
  • Sortimentsberatung für den Weinhandel
  • Schulung von Mitarbeitern in Handel und Gastronomie
  • Entwicklung und Organisation von Wein- und Gourmet-Events
  • Konzeption und Betreuung von Messeständen
  • Pressearbeit für Weingüter, Unternehmen und Verbände
  • Kommunikation mit Geschäftspartnern und Kunden
  • Recherche, Konzeption und Realisation von Buch-, Film-, TV- und Internet-Projekten
  • etc.

Unverbindliche Anfragen bitte an:

E-Mail: gdwulf@annidivini.com

Fränkische Winzerküche auf Schloss Löwenstein

17. März 2010

Erbprinz zu Löwenstein in der Küche

Erbprinz zu Löwenstein in der Küche

Ein nasskalter, windiger Märztag am Untermain, leichter Nieselregen fällt auf die ersten Krokusspitzen, die vorsichtig aus der Erde schauen. Auf der Baustelle im Park von Schloss Löwenstein in Kleinheubach geht es zugig zu und zügig zur Sache. Schließlich soll schon die diesjährige Ernte im historischen ehemaligen Marstallgebäude mit seinen meterdicken Wänden ausgebaut werden. Wo einst 40 Pferde in ihren Boxen standen, sollen bald Eichenfässer und Edelstahltanks unter dem echten Kreuzgewölbe und zwischen den roten Sandsteinsäulen ihren Platz finden.

Fränkisch Tornello

Fränkisch Tornello

Genau das richtige Wetter für etwas Warmes, meint Carl Friedrich Erbprinz zu Löwenstein, Bau- und Hausherr der neuen Anlage und führt mich in die Küche seiner Vinothek. Dort hat er eine leckere Gemüsesuppe vorbereitet, die er zu seinem Silvaner serviert. Ob die Kombination wohl in die “Winzerküche Franken” passe, fragt der stolze Winzer und leidenschaftliche Koch, wohl aber eher rhetorisch. Denn das Essen und der Wein ergänzen sich wirklich genial, wobei der ältere Jahrgang 2007 des Silvaner Kabinett mit seiner Ausgewogenheit gegenüber dem noch vergleichsweise ungestümen jungen 2008er-Tropfen aus gleicher Lage, dem Homburger Kallmuth, doch am besten mundet. “Der ist noch wie ein Teenager!” meint der Erbprinz, “aber der wird noch etwas gesammelter, man muss ihm nur die Zeit zum Reifen lassen, wie den Menschen auch” fügt er noch hinzu. Diesen Beitrag weiterlesen »