Archiv für Oktober 2007

Buchtipp: Wein spricht alles – außer hochdeutsch

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Als ich Stuart Pigott Anfang des Jahres in Stuttgart traf, stellte er in einem Bistro seinWein spricht deutsch neues Buch “Wilder Wein” vor und er tat dies in seiner unnachahmlich zurückhaltenden Art mit dezentem Outfit (Lackhose und Netzhemd) und zu sanften Klängen (Jimi Hendrix), was doch einige der schweigend lauschenden schwäbischen Weinzähne zunächst sichtlich etwas irritierte …  (weiterlesen…)

Amarone statt Angora: Etwas Wärmendes braucht der Mensch

Freitag, 19. Oktober 2007

Je kühler, düsterer und kürzer die Tage werden, desto mehr wächst meine Lust auf Weine,Zenato Amarone die das Herz erwärmen und den Abschied vom wahrlich goldenen Oktober versüßen. Auch meiner Gattin steht heute nicht der Sinn nach rassigem Rheingau-Riesling, von dem noch ein, zwei Flaschen der letzten warmen Sonnentage im Kühlschrank liegen, jetzt muss der Tropfen dunkel und schwer, wärmend und feurig, kraftvoll und würzig sein.  Auf dem Weg zum Weinregal im Keller ist mischt sich die Vorfreude mit der bevorstehenden Qual der Wahl. Mal überlegen, welcher Körper- und Seelenheizstoff in Frage käme: Aus Italien eventuell ein bittersüßer Amarone, aus Portugal ein feurigsaftiger Port, aus Südwestfrankreich ein schokoladiger Banyuls … (weiterlesen…)

Buchtipp: WeinAdel – Natalie Lumpp entdeckt Schlossweine in Baden und Württemberg

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Ein – vielleicht - letzter sonniger Oktobertag. Unter den Füßen raschelt das bunte Laub.Weinadel Lumpp Mein Weg führt mich durch eine lichtdurchflutete Allee, an deren Ende ein Schmuckstück wartet. Eingerahmt von farbenprächtig leuchtenden großen alten Bäumen spiegelt sich anmutig Schloss Monrepos im See. Graureiher stehen aristokratisch am Ufer, warten auf den Fisch zu Mittag … Genussorientierte Menschen wie ich – ein ehemaliger Arbeitgeber schimpfte mich gar einmal einen “Hedonisten” – würden dazu jetzt gerne einen frischen Weißwein genießen, notfalls auch ohne Fisch, einfach so auf der Terasse sitzend und auf den See blickend. Einen Wein wie den “2006er Stettener Brotwasser Riesling Spätlese trocken” vom Weingut des Hausherren dieses Schlosses, Michael Herzog von Württemberg. (weiterlesen…)

Weinprobe: Uhlbacher Götzenberg Spätburgunder

Montag, 15. Oktober 2007

Hoppla, da liegt doch tatsächlich noch eine Flasche vom Uhlbacher Götzenberg Spätburgunder Spätlese ausUhlbacher Sätburgunder dem Jahre 2001 in meinem Keller. Ob die wohl noch schmeckt, schließlich stammt sie nicht von einem Top-Winzer aus der Stuttgarter Region, sondern “nur” von der dortigen Genossenschaft – die ja seit April 2007 mit den Rotenberger Genossen unter ”Collegium Wirtemberg” firmiert - und hat mal etwa 7 Euro gekostet. Na, falls der Wein schon schwächelt, reicht es ja immer noch für die Sauce zu meinen Rindsrouladen, die ich gerne in etwas Rotwein schmore.

Aber siehe da, beim Öffnen präsentiert sich der Korken zwar schon etwa zu einem Drittel durchfeuchtet, der Wein aber hat eine wunderbare gereifte Pinot-Nase nach Beerenfrüchten mit Herbstlaub, brillante rubinrote Farbe und einen ausgezeichneten Geschmack nach Erdbeerkonfitüre, gewürzt mit etwas Vanille und Schokolade, dazu ausreichend wache Säure, weiche Tannine und einen mittellangen eleganten Abgang. Respekt, der kommt nicht in die Soße, da muss es heute ein Trollingerrest tun, und den Burgunder lassen meine Frau und ich uns munden zur klassischen Roulade gefüllt mit Senf, Gurken, Zwiebeln und Speck, herrlich … (Gerhard D. Wulf/annidivini)

Buchtipp: Bioweine

Samstag, 13. Oktober 2007

“Bio” ist zur Marke geworden, die längst nicht mehr nur in der Nische der Ökoläden einBioweine elitäres Dasein pflegt, sondern in der Fläche der Supermärkte Regalmeter um Regalmeter erobert, mit traumhaften zwei- bis dreistelligen Zuwachsraten bei den Umsätzen. Das Biofieber hat natürlich auch die milliardenschwere Weinindustrie gepackt, große Konzerne wollen nun mitverdienen am Erfolg der vor wenigen Jahren noch belächelten Ökowinzer.

Anfangs waren deren Weine vielfach auch nur mit Überzeugung oder großem Wohlwollen trinkbar, nach dem Motto “Schmeckt zwar nicht, ist aber gesund und ich tu was Gutes” – so wie es beim herbsauren, aber dafür “revolutionären” Nicaragua-Kaffee der 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war. Aber die (Achtung Klischée!) rauschebärtigen, latzhosentragenden Seiteneinsteiger haben mittlerweile nicht nur das Weinmachen sondern auch das Business gelernt, etablierte konventionelle Winzer sind auf biologischen Anbau umgestiegen und viele Bioweine machen jetzt wirklich Spaß. (weiterlesen…)