Archiv für die Kategorie „News“

Bei Woi´, Worscht un´ Weck – Einkehren in Weinfranken

Dienstag, 31. August 2010

Joachim Peukert: Einkehren in Weinfranken

Joachim Peukert: Einkehren in Weinfranken

Gleich auf dem Titel des kulinarischen Reiseführers begegnet uns Armin Heilmann, der fränkische Winzer, der kürzlich erst mit seiner 2009er Riesling Spätlese aus dem Michelbacher Apostelgarten den Wettbewerb “Best of Riesling” gewonnen hat. Joachim Peukert hat in zweijähriger Recherche das vom Wein geprägte Frankenland zwischen Michelbach und Homburg am Main bereist – meist zu Fuß oder mit Bus und Bahn. Das geht übrigens nach meiner eigenen Erfahrung sehr gut und empfiehlt sich, wenn man den Wein oder edle Destillate hier nicht nur schnuppern, sondern auch genießen möchte.

Der Autor ist – wie ich – in Unterfranken aufgewachsen und stammt aus dem kleinen Weinort Wasserlos bei Alzenau nicht weit Hörstein, meiner alten Heimat. Ich kenne also die Region und ihre Menschen sehr gut und kann deshalb Peukert nur ein Lob aussprechen: Einen besseren Genuss-Reiseführer zu “Woi´, Worscht un Weck´” für das Gebiet zwischen dem Kahlgrund im Nordwesten und Homburg im südöstlichen Mainviereck habe ich bisher noch nicht gelesen. Wer hier unterwegs ist oder plant, ins Land der Franken zu fahren, sollte sich das Buch einmal anschauen. Übersichtskarten und die Adressen aller Winzer, Obstbrenner, Hotels und Restaurants mit Öffnungszeiten auch der nur saisonal betriebenen Häckerwirtschaften sind von großem praktischem Nutzen.

Im Frühjahr 2011 soll im Verlag Schmidt/Neustadt a. d. Aisch Band 2 der Reihe “Einkehren in Weinfranken -Bei Schoppe, Wurscht und Kipf” erscheinen, der sich dann mit dem unteren Maindreeck zwischen Würzburg und Kitzingen beschäftigt.

(Gerhard D. Wulf/annidivini)

Der beste Riesling kommt aus Unterfranken

Donnerstag, 15. Juli 2010

Armin Heilmann

Armin Heilmann

Das Telefon stand nicht mehr still, als Armin Heilmann den Wettbewerb “Best of Riesling” in der Kategorie “trockene Rieslinge” gegen hochkarätige Kollegen aus dem In- und Ausland überraschend gewann, Glückwunsch! Seine 2009er Riesling Spätlese aus dem Michelbacher Apostelgarten erstaunte und überzeugte die Jury, haben doch sonst prominente Rheingauer Winzer und ihre Weine die ersten Plätze gepachtet.

Gute Weine werden hier aber schon länger gemacht: Seit 1978 führen Armin und Maria Heilmann das 3,5 Hektar kleine Weingut in der Nordwestspitze des fränkischen Weinbaugebietes mit Rebstöcken in den Lagen Apostelgarten, Steinberg und Goldberg. Riesling, Silvaner, Weißburgunder, Spätburgunder, Frühburgunder und Saint Laurent pflanzt er auf kristallinem Urgestein an. Wer den Wein gleich vor Ort zu frisch zubereiteten Spezialitäten der Saison genießen möchte, der kann dies im Frühjahr und Sommer in der gemütlichen Häckerwirtschaft tun.

WEINGUT HEILMANN
Bogenstraße 10
63755 Alzenau-Michelbach
Tel.: (06023) 25 02
Fax: (06023) 31 09 21
www.weingut-heilmann.de
info@weingut-heilmann.de

Anreise: A45 Gießen-Aschaffenburg, Ausfahrt Alzenau-Nord, Richtung OT Michelbach
Verkauf: Fr. 14:00 bis 19:00 Uhr; Sa. 10:00 bis 15:00 Uhr oder nach Vereinbarung

Armin Heilmann ist einer von 26 Winzern, die in meinem neuen Buch “Winzerküche Franken”, das im Herbst erscheint, ihre Weine und dazu passende Gerichte präsentieren.
(Gerhard D. Wulf/annidivini)

Große Ehre für “Frank & Frei”

Mittwoch, 2. Juni 2010

Zum sechsten Mal hat die “Weinfeder e.V.” – die Vereinigung der deutschsprachigen Weinpublizisten – den “Preis der Deutschen Weinkritik” vergeben. Ausgezeichnet wurde am gestrigen Dienstag im Mainzer Presseclub im Hotel Frankfurter Hof die fränkische Winzervereinigung “Frank & Frei“. Die Weinjournalisten würdigen damit das Engagement des Vereins für qualitätsorientierten Weinbau. Stellvertretend für seine 16 Mitstreiter nahm Artur Steinmann, der auch Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes ist, den Preis hocherfreut an und bezeichnete die Würdigung als Ansporn für die weitere Arbeit.

Weinfeder-Vorsitzender Wolfgang Junglas (links) bei der Preisverleihung an Artur Steinmann, Vorsitzender des Weinbauverbandes Franken

Weinfeder-Vorsitzender Wolfgang Junglas (links) bei der Preisverleihung an Artur Steinmann, Vorsitzender des Weinbauverbandes Franken

Die bisherigen Preisträger waren der VdP (2005), die Deutsche Wein- und Sommelier- schule (2006), ECOVIN (2007), Vinissima (2008) und Message in a bottle (2009). Der Förderpreis der Deutschen Weinkritik wurde zum fünften Mal vergeben und geht diesmal an die Gipfelstürmer Mittelrhein.

(Text u. Bild: Gerhard D. Wulf/annidivini)

Wochenendtipp: Historischer Landgasthof Rössle in Höchenschwand

Freitag, 21. Mai 2010

Nostalgie pur im Landgasthof Rössle

Nostalgie pur im Landgasthof Rössle

Wenn man sich im Schwarz- wald vom Schluchsee aus hinauf geschraubt hat auf das über 1000 Meter hohe Hoch- plateau, dann muss man sich als Fahrer schon zwingen, den Blick auf die Straße zu richten: Einfach atemberaubend ist bei klarem Wetter der Blick auf das Panorama der Schweizer Alpen.

Am besten ist es, das Auto auf dem Parkplatz vor dem Landgasthof Rössle abzustellen und auf der Terrasse bei einer zünftigen Brotzeit die Aussicht zu genießen. Unbedingt sollte man sich auch die urgemütlich Gaststube anschauen, die liebevoll restauriert ist und so dasteht, wie Wirtschaften eben früher waren: Knarzende Dielen, Kachelofen, gemütliche Bänke.

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Trauer um Prinz zu Löwenstein

Dienstag, 27. April 2010

Carl F. Prinz zu Löwenstein

Carl F. Prinz zu Löwenstein (Foto: annidivini)

Diese Meldung von Utz Graafmann auf Wein-Plus hat mich heute erschüttert: “Prinz zu Löwenstein ist am Samstag bei einem Unfall auf dem Nürburgring ums Leben gekommen. Löwenstein ist in seinem Aston Martin GT4 mit Fahrzeugen zweier Konkurrenten kollidiert und hat sich dabei überschlagen. Der 43-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der Unfall ereignete sich in der Nordschleife an der gleichen Stelle, an der auch Niki Lauda vor fast 34 Jahren verunglückte. Seit 2002 bewirtschaftete er die Weingüter seiner Familie im Rheingau und in Franken. Mit zwei Sternen (**) bei Wein-Plus gehören diese zu den Top-Betrieben in Deutschland. (UG)”

Diese schreckliche Nachricht macht diesen wunderschönen Frühlingstag zu einem Tag der Trauer für mich. Erst Mitte März hatte ich Prinz zu Löwenstein auf seinem Weingut im fränkischen Kleinheubach besucht, junge frische und wunderschön gereifte Weine verkostet und über seine vielen Projekte gesprochen. Er zeigte mir die Baustelle im ehemaligen Marstallgebäude des Schlosses, wo er im Herbst schon seine Ernte zwischen den Bundsandsteinsäulen ausbauen wollte. Ein Mann mit Visionen, der für die Region ein kulturelles Zentrum rund um Schloss, Wein und Kultur plante. Ein Mann auch mit feinem “britischem” Humor und fern jeder “standesgemäßen” Art. Ein exzellenter Hobbykoch und Genießer. Und nicht zuletzt ein Mann, der mit seinen Weingütern für ausgezeichnete Weine stand. Mein tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie.

In tiefer Trauer

Gerhard D. Wulf